DER VITAMINSPENDER - RÜGENS ANTWORT AUF DIE KIWI

 
Sanddorn ist ein wahrer Schatz der Natur! Keine andere einheimische Frucht hat so einen hohen Vitamin-C-Gehalt – bis zum Zehnfachen einer Zitrone! Nur die Hagebutte kommt ihm nahe. Die empfohlene Tagesdosis an Vitamin C ist bereits in 2 Teelöffeln Sanddorn-Vollfrucht enthalten. Sanddorn ist in Mecklenburg-Vorpommern und insbesondere auf Rügen beheimatet und erfreut sich wegen seiner Vielfalt und Intensität von lebensnotwendigen Substanzen immer größerer Beliebtheit. 

Sand und Licht - mehr nicht
Der in Deutschland unter Naturschutz stehende Sanddorn gehört zur Familie der Ölweidengewächse und entwickelt sich als stark verästelter, dorniger Strauch bis zu fünf Metern Höhe. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Sanddornbeeren sind orangefarben. Der Sanddornstrauch kann sich auf kargen Dünen und sandigen Böden entwickeln - daher der Name - und ist sehr widerstandsfähig.

Sanddorn beansprucht ein Maximum an Licht. Die in den Beeren gespeicherte Sonnenenergie wird beim Verzehr an den Organismus weitergegeben und trägt so besonders in der lichtarmen Zeit zur Stärkung der natürlichen Lebenskräfte bei.

Das Ernten der Sanddornbeeren von Ende August bis Mitte Oktober ist sehr aufwendig. Die Beeren lösen sich nur schwer vom Strauch, so dass sie beim Pflücken sehr oft platzen. Deshalb werden die Beeren mit dem kompletten Fruchtstand abgeschnitten und eingefroren. Anschließend werden Sie durch Rütteln oder Abschlagen vom Ast getrennt.
Mittels speziellen Handschuhen können die Beeren auch direkt am Strauch ausgepresst (gemolken) und der Saft ganz frisch gewonnen werden. 

Spät entdeckt
Im Gegensatz zu den meisten bekannten Heilpflanzen fand der Sanddorn erst recht spät die ihm gebührende Beachtung. Die arme Bevölkerung Südschwedens entdeckte ihn im 18. Jahrhundert als Nahrungsquelle. Aufgrund der geographischen und politischen Nähe entwickelte sich auch Rügen rasant zur Sanddornhochburg. Wurde zunächst nur der Eigenbedarf bedient, pflückte man im 20. Jahrhundert großflächig die sogenannten „Powerbeeren“. Für die erfolgreichste Ernte verlieh eine Kommission gar den Titel eines „Sanddornkönigs“. 

Heute wird der Sanddorn aus wirtschaftlichen Gründen hauptsächlich außerhalb der Insel Rügen verarbeitet und veredelt. Zu den Produkten zählen Säfte, Öle, Brotaufstriche, Honig, Weine, Liköre, Geist, Bonbons, Senf, Lebensmittel aller Art, Kosmetika, Arzneimittel etc. 

Wirkungen des Sanddorns
Sanddorn ist vielseitig anwendbar und wirkt sich vor allem wegen seines hohen Vitamin-C-Gehaltes positiv auf Körper und Wohlbefinden aus. Er ist gut verträglich und daher auch für Personen mit einer Zitrusüberempfindlichkeit geeignet.  

Das ebenfalls enthaltene Beta-Karotin ist wichtig für Haut, Schleimhäute und die Knochenentwicklung; auch die Fortpflanzung wird gefördert ...

Komplettiert wird der Gesundheitsmix durch das Vitamin E, die B-Vitamine B1, B2, B6 sowie Niazin. Pure Sanddornprodukte ersetzen somit jedes teure Multivitaminpräparat.

Werdenden Müttern und in der Stillzeit ist die geballte Vitaminpower zu empfehlen. Kindern bietet er in der Wachstumsphase eine polyvitaminhaltige Nahrungsergänzung.

Die Qualität der Sanddornprodukte erkennt man übrigens am Trub aus dem Fruchtfleisch, der sich mit einer Ölschicht oben an der Flasche absetzt und durch Schütteln wieder verteilt wird. Echte Sanddornfans wissen das zu schätzen.

Das Naturheilmittel Sanddornöl 
Eine besondere Rarität ist das Öl des Sanddorns. Es ist sehr reich an ungesättigten Fettsäuren, die aufgrund ihrer vielfältigen gesundheitlichen Vorzüge stark in den Blickpunkt des Interesses gerückt sind, sowohl auf medizinischem als auch ernährungswissenschaftlichem Gebiet.

Die Öle werden in einem komplizierten und zeitintensiven technischen Verfahren aus dem Fruchtfleisch und den Kernen gewonnen, sind qualitativ sehr hochwertig und begehrt. Sie können insbesondere bei innerlicher Anwendung (1 paar Tropfen pro Tag reichen) ihre Wirkung entfalten. Hautkrankheiten (Neurodermitis und Fältchenbildung), Verbrennungen und verzögerte Wundheilung werden durch Einreiben behandelt. Von Hebammen wird Kernöl für die Säuglingspflege empfohlen. Es eignet sich schließlich auch als Zutat für Salate.

Das Fruchtfleischöl ist ein natürliches Konservierungsmittel und wird zahlreichen Kosmetikartikeln zugesetzt.

Genauere Ausführungen finden Sie in unseren Fachbüchern und Publikationen.


Die Sanddornfrucht im Vergleich mit vitaminreichen Früchten

         
Inhaltsstoffe mg/100g max. Sanddorn Schwarze Johannisbeere Orange Empfohlener Tagesbedarf
Vitamin C 450 180 50 60
Pro Vitamin A 18 0,024 0,09 5,24
Vitamin K 1,28 1,25 0,004 0,08
Vitamin E 18 1,0 0,32 0,32
         

Quellen dieses Textes: „Natürlich gesund mit Sanddorn“, Ludwig Verlag und „Sanddorn – starke Frucht und heilsames Öl“, Windpferd Verlag